Kanzleimarketing – lieber den Profis überlassen?!

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In Zeiten zunehmenden Wettbewerbs und digitaler Sichtbarkeit wird professionelles Marketing auch für kleine und mittelständische Anwaltskanzleien immer wichtiger. Mandantinnen und Mandanten informieren sich heute primär online – wer hier nicht präsent ist, wird schnell übergangen. Empfehlungen und ein persönliches Netzwerk spielen nach wie vor eine wichtige Rolle, doch der erste Eindruck entsteht mittlerweile häufig über die Kanzleiwebsite, Google-Suchergebnisse oder Bewertungen auf entsprechenden Plattformen.

Ein veralteter Webauftritt, lieblos gepflegte Social-Media-Kanäle oder fehlende digitale Erreichbarkeit können daher schnell den Ausschlag geben – zugunsten der Konkurrenz. Gerade für Kanzleien stellt sich daher unweigerlich die Frage: Macht es Sinn das Thema Marketing komplett selbst zu bearbeiten oder lohnt es sich externe Profis damit zu beauftragen?

Der Spagat zwischen juristischer Arbeit und Marketing

Als Anwält:in liegt Ihre Kernkompetenz naturgemäß bei juristischen Themen. Die nötige Zeit, sich fundiert mit Themen wie Content-Strategien, Google-Rankings oder Conversion-Optimierung zu beschäftigen, fehlt im oftmals stressigen Kanzleialltag schlichtweg.

Ein Beispiel: Eine wöchentliche Blogserie zu aktuellen Rechtsthemen kann die Sichtbarkeit enorm steigern – aber nur, wenn die Inhalte verständlich, suchmaschinenoptimiert und regelmäßig veröffentlicht werden. Auch die Pflege von Social-Media-Kanälen, das Community-Management oder die Erstellung von Newslettern gehören dazu. All das erfordert Fachkenntnis, Planung und vor allem Kontinuität – Ressourcen, die neben dem typischen Kanzleialltag meist nur knapp vorhanden sind.  

Hinzu kommt: Fehlgerichtetes Marketing ist nicht nur ineffektiv, sondern kann auch die Außenwirkung schädigen. Ein missverständlicher Post, eine benutzerunfreundliche Website oder ein unprofessionelles Foto auf der Startseite können potenzielle Mandant:innen vergraulen.

Professionelles Marketing braucht Expertise

Kanzleimarketing ist kein „Nebenbei-Thema“, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Um sich klar und rechtssicher zu positionieren, braucht es Fachwissen.

Zu den zentralen Anforderungen gehören:

  • Eine für mobile Endgeräte optimierte Website mit benutzerfreundlicher Navigation und klarer Struktur.
  • Zielgruppengerechte Ansprache, die für Laien verständlich ist, aber trotzdem die juristische Kompetenz unterstreicht.
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO), damit die Kanzlei bei relevanten Suchanfragen auch gefunden wird.
  • Datenschutz und Berufsrecht, etwa gemäß DSGVO und §§ 6 ff. BORA – besonders wichtig bei Tracking-Tools, Social-Media-Plugins oder Bewertungsfunktionen.

Professionelle Agenturen, die auf den juristischen Bereich spezialisiert sind, kennen diese Anforderungen. Sie wissen, wie man Kanzleien authentisch und effektiv ins digitale Rampenlicht rückt – ohne dabei rechtliche Stolperfallen zu übersehen.

Die Vorteile des Outsourcings

Gerade kleinere und mittelgroße Kanzleien profitieren davon, Marketingaufgaben auszulagern:

  • Zeitersparnis: Interne Ressourcen werden geschont. Sie können sich auf das konzentrieren, was sie am besten können – die rechtliche Betreuung ihrer Mandant:innen.
  • Zugang zu Expertenwissen: Agenturen bringen Know-how aus vielen Projekten mit – vom Branding über Suchmaschinenmarketing bis hin zur Conversion-Optimierung.
  • Planbarkeit und Skalierbarkeit: Viele Agenturen bieten modulare Leistungspakete – von der Website-Betreuung über Social Media bis hin zu Performance-Kampagnen.
  • Transparente Erfolgskontrolle: Durch regelmäßige Reports zu Reichweite, Klickzahlen oder Mandatsanfragen kann der Erfolg der Maßnahmen messbar gemacht werden.
  • Professionelle Außendarstellung: Ein konsistentes, hochwertiges Erscheinungsbild stärkt Ihre Marke – und schafft Vertrauen bei potenziellen Mandant:innen.

Worauf bei der Auswahl einer Agentur zu achten ist

Nicht jede Werbeagentur ist automatisch für Sie als Partner geeignet. Bei der Auswahl sollten Sie auf folgende Kriterien achten:

  • Branchenkenntnis: Die Agentur sollte mit den Besonderheiten des juristischen Marktes vertraut sein – etwa mit der Art, wie Rechtsdienstleistungen kommuniziert werden dürfen.
  • Verständnis für juristische Inhalte: Es ist hilfreich, wenn die Agentur mit Begrifflichkeiten und typischen Fragestellungen vertraut ist – etwa im Familienrecht, Arbeitsrecht oder Verkehrsrecht.
  • Berufsrechtliches Know-how: Werbemaßnahmen müssen nicht nur kreativ, sondern auch zulässig sein. Agenturen sollten wissen, welche Grenzen § 43b BRAO oder § 6 BORA setzen.
  • Referenzen: Bestehende Projekte mit anderen Kanzleien geben Aufschluss über Stil und Erfahrung.

Was kostet Kanzleimarketing vom Profi?

Die konkreten Kosten hängen natürlich immer vom Einzelfall und dem gewünschten Leistungsumfang ab – dennoch lässt sich grob sagen: Mit einem monatlichen Budget ab 1000 Euro lässt sich in vielen Fällen bereits eine professionelle und kontinuierliche Außendarstellung aufbauen und pflegen, einschließlich Website, SEO, Content-Marketing und Social-Media-Betreuung.

Marketing ist Chefsache – aber nicht Handarbeit

Kanzleimarketing ist heute kein „Nice-to-have“, sondern ein Muss – insbesondere in einem digitalisierten und wettbewerbsintensiven Umfeld. Doch der Anspruch an Qualität, Rechtssicherheit und strategische Ausrichtung lässt sich, gerade bei kleineren Kanzleien, selten in Eigenregie erfüllen. Wer das Marketing an spezialisierte Profis auslagert, spart nicht nur Zeit, sondern investiert gezielt in den langfristigen Erfolg seiner Kanzlei.

Wichtig bleibt: Die inhaltliche und strategische Steuerung sollte bei Ihnen bleiben – etwa die Frage, welche Rechtsgebiete im Fokus stehen, welche Zielgruppen angesprochen werden sollen oder welche Werte die Kanzlei verkörpert. Die Umsetzung jedoch darf getrost in erfahrene Hände gelegt werden.


Manuel

Manuel

Manuel hat Germanistik & Geschichte studiert und ist danach bei der DAHAG gelandet. Seit 2013 arbeitet er in der Fallbetreuung der DAHAG und kümmert sich hauptsächlich um Anwaltsschulungen, das Beschwerdemanagement und die Kommunikation nach außen.